Jahresthema 2026
Als ich mich mit dem Jahresthema beschäftigt habe, musste ich zuerst an den Anfang meines Weges zur Abstinenz denken. Schon in den ersten Gesprächen und Begegnungen im Freundeskreis wurde mir klar: Jeder muss seinen Weg selbst gehen. Aber die Selbsthilfe, also die Erfahrungen der anderen in der Gruppe, kann jeden dabei unterstützen und begleiten.
Ich musste erst lernen, was Selbsthilfe bedeutet und wie man Hilfe annimmt. Dazu gehörte, dass ich akzeptieren musste, suchtkrank zu sein und dass ich Hilfe annehmen darf und auch annehmen muss. Ich musste herausfinden, welche Angebote es gibt und welche ich nutzen kann. Die Kraft, diesen Schritt zu gehen, gaben mir Freunde aus unserem Kreis.
Sie begleiteten und unterstützten mich, indem sie mir das Gefühl gaben, dass ich wichtig bin. In der Gruppe gab es Menschen, die es geschafft hatten. Ihre Offenheit und ihre Geschichten machten mir Mut. Sie nahmen mich mit auf ihren Weg, und so konnte ich mit ihrer Unterstützung meinen eigenen Weg beginnen – hin zu einem suchtfreien Leben.
Nun ja, was soll ich sagen: Bis heute ist es mir gelungen. Im Laufe der Jahre entstand in mir der Wunsch, selbst aktiv in der Selbsthilfe zu werden. So habe ich schon einige Freunde im Freundeskreis begleitet. Für mich bedeutet „selbsthilfesein“, die Unterstützung, die man selbst einmal bekommen hat, an andere weiterzugeben.
„Erwarte mehr“ – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Freundschaften und engen Beziehungen, die in den Freundeskreisen entstanden sind, wären sonst nie möglich gewesen und ist etwas ganz Besonderes. Ich bin sicher, dass ich dieses wertvolle Gut sonst nicht gefunden hätte.Diese Beziehungen sind zu wichtigen Stützen für mein suchtfreies Leben geworden.
Gedanken von Herman Tominc, Freundeskreis Langenau