24.02.2026

„Sie haben Betroffene unterstützt auf dem Weg in ein suchtfreies Leben. Das zeugt von Mut, Ausdauer und Bereitschaft zur Weiterentwicklung aller Mitglieder. "

70 Jahre Solidarität, Menschlichkeit und Teilhabe

Zu 70 Jahren gelebter Solidarität, Menschlichkeit, gleichberechtigter Teilhabe und starkem, gesellschaftlichen Zusammenhalt gratulierte Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha. Er würdigte das Engagement der Freundeskreise von „unschätzbarem Wert“: 

„Sie haben Betroffene unterstützt auf dem Weg in ein suchtfreies Leben“, so Lucha. „Das zeugt von Mut, Ausdauer und Bereitschaft zur Weiterentwicklung aller Mitglieder.“ Der enorme Einsatz werde von der gesetzlichen Krankenversicherung, der Rentenversicherung und vom Land Baden-Württemberg geschätzt. „Wir wissen: Abhängigkeitserkrankungen sind keine Charakterschwäche und wir dürfen Betroffene nicht ausgrenzen oder stigmatisieren, sondern müssen sie stützen, wie es guter Freund tut“, forderte Lucha in seinem Grußwort.

Prof. Dr. Annette Noller - Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg in ihrer Videobotschaft

„Wo sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und Erfahrungen teilen entsteht mehr als fachliche Unterstützung. Dort wachsen Zuversicht, Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass Veränderung möglich ist.“ 

Die Ergänzung von fachlicher Kompetenz und menschlicher Verbundenheit macht das württembergische Suchthilfesystem stark.

Ein zentraler Gedanke der Diakonie ist, jedem Menschen in seiner Würde zu begegnen, Hoffnung zu wecken und Gemeinschaft zu ermöglichen. Die biblische Botschaft erinnert laut Prof. Dr. Annette Noller daran, Räume der Zuwendung zu schaffen: Jesus sendet seine Jünger aus, um Menschen zu heilen und dadurch ein Zeichen göttlicher Nähe sichtbar werden zu lassen. „Wir wissen heute: Sucht ist eine Erkrankung. Das haben Gesellschaft und Kirche lernen müssen. Heilung beginnt dort, wo Menschen nicht verurteilt, sondern begleitet und in dieser Verletzlichkeit angenommen werden.“ Aus diesem Verständnis heraus entstand eine Verbindung zwischen Selbsthilfe und Diakonie. Die Freundeskreise erhielten bereits in den siebziger Jahren einen festen Platz im Fachverband Suchthilfe und prägten maßgeblich, dass Selbsthilfe zum Suchthilfesystem in Württemberg gehört. Gemeinsame Begegnungen zeigten, dass diese Verbindung unverzichtbar ist. „Wo sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und Erfahrungen teilen entsteht mehr als fachliche Unterstützung. Dort wachsen Zuversicht, Selbstvertrauen und die Gewissheit, dass Veränderung möglich ist.“