Freundeskreise in Württemberg - da wo alles im Jahr 1956 begann. Suchtselbsthilfe in den Freundeskreisen ist mehr als nur abstinent zu leben.
26.01.2026

Vor 70 Jahren war das Wort SUCHT noch mit Scham, Schweigen und Ausgrenzung verbunden. 1956 wagten Karl Votteler und Paul Bleile mit ihren Frauen etwas, das damals beinahe revolutionär war. Nach ihrer Entlassung aus der Trinkerheilanstalt gründeten sie Gesprächsgruppen. Keine Institution. Kein Konzept von oben. Angehörige sind schon immer ein wesentlicher Bestandteil dieser Geschichte. Von Anfang an waren sie dabei, haben mitgetragen, mitgelitten, mitgehofft. Freundeskreise haben früh verstanden: Sucht betrifft nie nur eine Person. Sie betrifft Familien, Partnerschaften, Freundschaften. Dass Angehörige in unseren Gruppen ihren Platz haben, ist kein Zusatz, sondern ein Kern unserer Arbeit. Die Gemeinschaft der Freundeskreise ist aus einer Situation entstanden, in der Menschen allein nicht weiterkamen. Dort, wo Sucht isoliert, haben Freundeskreise Gemeinschaft geschaffen. Viele wissen was es bedeutet, am Boden zu liegen. Sie wissen, wie es sich anfühlt, sich selbst verloren zu haben. Und wissen, wie viel Mut und Kraft es braucht, aufzustehen. Manchmal zum ersten Mal, manchmal immer wieder. Heute - 70 Jahre später - haben schon tausende Menschen Hilfe bei den Freundeskreisen gefunden und konnten Dank der Unterstützung der Gruppe wieder zurück in ein zufriedenes Leben finden. Ganz nach dem Motto: Nur du allein schaffst es - aber alleine schaffst du es nicht.

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